Heinrich W. A. von Gagern

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Ich wurde am 20. August des Jahres 1799 in Bayreuth geboren. Mein Name ist Heinrich Wilhelm August von Gagern. Meine Mutter Caroline ist eine geborene Gaugreben, mein Vater Hans von Gagern. Mein Vater ist genau wie ich politisch aktiv. In seinen Schriften setzt er sich für eine Verfassung ein und er befürwortete die französische Revolution. Er wünscht sich nichts mehr als eine deutsche Einheit. Während meines Studiums reiste er viel und arbeitete unter anderem in Paris, Österreich und den Niederlanden, so sah ich ihn kaum. Mein ältester Bruder Friedrich begleitete ihn oft und wurde General, wie mein Vater es sich für ihn gewünschte hatte. Er kämpfte in so vielen Schlachten, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Eine besondere war jedoch die Schlacht von Waterloo. Lange Zeit verbrachte er im Ausland, besuchte unter anderem Madeira und Brasilien. Erst die Märzrevolution brachte ihn wieder nach Hause. Ich wünschte, er wäre länger fortgeblieben, denn das Gefecht bei Kandern war sein Tod. Wie auch ich ist mein jüngerer Bruder Maximilian Politiker.

Meine Eltern schickten mich auf das Gymnasium Philippinum in Weilburg, wo ich mein Abitur machte. Danach besuchte ich die Kadettenanstalt in München und trat 1814 mit 16 Jahren in den nassauischen Militärdienst ein. Wie Friedrich nahm ich an vielen Befreiungskämpfen teil und kämpfte am 18. Juni 1815 in der Schlacht von Waterloo.

Ein Jahr später begann ich in Heidelberg an der Ruprecht-Karls-Universität Rechtswissenschaften zu studieren und war dort Gründer der Burschenschaft Teutonia. Das nächste Jahr (1817-1818) studierte ich in Göttingen, das Jahr darauf (1818-1819) in Jena, wo ich Mitglied der Urburschenschaft wurde und bald eine führende Position einnahm. 1819 studierte ich in Genf. Schon damals wollte ich eine Verfassung und eine Einheit der Deutschen und legte deshalb mein Adelsprädikat ab.

1820 trat ich in den großherzoglichen hessischen Staatsdienst ein.1828 heiratete ich Louise von Pertlack, eine Politikertochter, die zu meinem größten Unglück zwei Jahre später verstarb. 1829 wurde ich Regierungsrat. Und 1832 wurde ich Mitglied des hessisch-darmstädtischen Landtags, wobei ich bei der Lorscher Wahl in die 2te Kammer gewählt wurde. Ständige Konflikte mit dem Großherzog, der seine Macht nicht zugunsten meiner Vorstellungen mindern wollte, führten dazu, dass er den Landtag im selben Jahr wieder auflöste und mich als Kammerherr entließ. Daraufhin quittierte ich den Staatsdienst. 1834 wurde ich wiedergewählt und wieder wurde der Landtag aufgelöst.

1835 kam ich in den Landtag von Hungen. Danach zog ich mich von der politischen Bühne zurück. Ich war zu enttäuscht davon rein gar nichts bewirken zu können. Ich wurde Landwirt in Monsheim bei Worms und war damit sehr erfolgreich. 1839 heiratete ich Babara Tillman, eine sehr liebenswürdige Gutsbesitzertochter. 1847 wurde ich durch die Ersatzwahl wieder in den Landtag gewählt und wurde dieses Jahr zum Ministerpräsident ernannt.


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