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Rückblick

14. November 2009

Im Rückblick auf die Nationalversammlung stelle ich fest, dass sie mir eine Möglichkeit bot meine politischen Angelegenheiten vorzubringen. Die Nationalversammlung diskutierte wichtige Themen, beispielsweise: Die Schleswig-Holstein Frage mit letztendlicher Zustimmung zum Frieden von Mälmo. In der Posen-Debatte sprach ich mich gegen die Wiederherstellung eines unabhängigen polnischen Nationalstaates und gegen die Unterstützung des polnischen Freiheitskampfes aus. Auch wurde über die kleindeutsche oder großdeutsche Lösung diskutiert. Das Ergebnis war die kleindeutsche Lösung, der ich nicht zustimmte. Deutschland hat ein Recht auf ein gesunder Nationalegoismus. Somit muss ich zugeben, dass die Nationalversammlung nicht vollkommen meinen Vorstellungen entsprach: Zu viel Zeit wurde mit Kleinigkeiten verbracht und diskutiert. Durch die große Anzahl an Abgeordneten, kam ich auch nur selten zum Wort. Da auch in Preußen eine „konstituierende Nationalversammlung“ tagte, stand die Frankfurter Nationalversammlung unter Druck. Jedoch muss ich sagen, dass ich in der Nationalversammlung wichtige Kontakte zu anderen Politikern knüpfen konnte.

Letztendlich kann ich positiv aber auch negativ von der Nationalversammlung sprechen. Schließlich scheiterte die Paulskirchenverfassung und somit löste sich die Nationalversammlung auf. Nun habe ich Zeit mich zurück zu ziehen und mich der Literatur zu witmen.

24.-26.06.1848, Polen/Posen-Debatte

28. Oktober 2009

Nachdem wir schon eine ganze Weile über die Eingliederung Posens debattiert hatten, musste ich meine Meinung ebenfalls kundtun, schließlich hat die Frage für mich als Ostpreuße besondere Brisanz.

Ich sprach mich ausdrücklich für diesen Schritt aus, Deutschland hat das Recht auf einen gesunden Nationalegoismus. Da es mir vor allem um die Betroffenen geht, ist die Frage recht leicht zu beantworten: würde man die Grenzen Polens von 1772 wiederherstellen, würden zirka eine halbe Million Deutsche unter polnischem Recht, welches definitiv nicht so ausgeprägte Humanität wie das deutsche aufweist, und in der sekundären Rolle naturalisierter Ausländer leben. Wer dieses Schicksal für Deutsche zulassen möchte, kann nur als Volksverräter bezeichnet werden!

22.Mai 1848 Dritte Sitzung in der Paulskirche

4. Oktober 2009

Heute ist die dritte Sitzung zu Ende gegangen. Es wurde eine Menge diskutiert und man ist zu keinem richtigen Ergebnis gekommen. Ein zentraler Punkt war, wie man mit dem Umstand umgehen sollte, dass sich heute auch in Preußen eine „konstituierende Nationalversammlung“ zusammensetze. Außerdem war für einige Abgeordnete auch von Bedeutung, wie lange man sprechen darf: 10 Minuten oder mehr? Ich denke, bei einer so wichtigen Frage, schließlich geht es um die Einheit Deutschlands, sollte man sich nicht wegen ein paar Stunden mehr oder weniger in seiner Entscheidung beeinflussen lassen. Viele meiner Kollegen waren besorgt, dass die Versammlung in Preußen uns nun überholen würde, da wir in den Sitzungen davor ebenfalls zu keinem Ergebnis gekommen sind. Ich glaube allerdings, dass man sich Zeit nehmen, alles genau bedenken und zu einer guten Lösung kommen sollte und, wie schon ein anderer Abgeordneter angedeutet hat, dann wird unsere Verfassung die Gültige während sich die voreilig Gefällte in Preußen in Widersprüche verstricke und hinfällig werde. Deshalb sollten wir uns Zeit nehmen und dem in uns gesetzten Vertrauen gerecht werden.

Wir schrieben den 18. Mai 1848

27. September 2009

Der erste Tag in der Paulskirche. Alles scheint geordnet abzulaufen. Eine Einigung auf Regeln für das Zusammentreffen so vieler Menschen, halte ich für sinnvoll. Der Geschäftsordnung ist folge zu leisten. Die erste Debatte lautet: Soll abgestimmt werden oder nicht. Soll man abstimmen lassen ob abgestimmt werden soll?

Die Abgeordneten sind  sich nicht einig. Der Präsident will sprechen, doch Einige  grölen. Ruhe soll aufkommen. Meine Kollegen werden nicht leiser. Eine Forderung wird aufgestellt: Wenn der Präsident spricht ist Ruhe. Wieder Unruhen. Es wird stiller. Die Geschäftsordnung soll erweitert werden. Immer und immer wieder wird die Frage gestellt. Soll abgestimmt werden? Macht es doch einfach.

Endlich. Antrag nach etlichen Diskussionen angenommen.

Weiter im Text. Die Präsidentenwahl wird aufgeschoben, damit alle dabei sind. Gute Entscheidung. Aber wer soll sie leiten? Wieder eine Abstimmung. Der Herr aus Mannheim hat Recht: Soll jetzt schon gestritten werden? Der erste Tag ist somit reine Formsache, in dessen Verlauf darüber diskutiert wurde wie die Versammlung ablaufen soll. Auch sowas gehört dazu. Morgen beginnen wir mit den Wahlen. Es scheint als das diese Versammlung einen guten Verlauf nehmen wird. Die Zuschauer sind aktiv beteiligt, die Redner diskutieren ausgelassen. Auch ich werde mich bald einschalten.